Schritt 3:
Die unbequeme Wahrheit über dein eigenes Handeln.

Sei präsent: Kannst du deine Hände und beide Arme von innen spüren? Diese Energie, eine Art Kribbeln? Während du weiterliest, behalte einen Teil deiner Aufmerksamkeit in deinem Körper. Präsenz ist wichtiger als die Worte.

Selbstreflexion ist oft unbequem, aber zentral für deine Erziehung.
Das heisst: Bewusstes Nachdenken über dein eigenes Handeln:

  1. «Was ist passiert?»
  2. «Warum tat ich das?»
  3. «Was kann ich anders machen?»
  4. «Was bedeutet mein Tun für mein Kind?»

Selbstreflexion bringt uns etwas, wenn wir daraus lernen. Das heisst: Wir überlegen uns, was wir beim nächsten Mal anders machen können.

Nachdenken steht im Gegensatz zu präsent sein. Deshalb ist es wichtig, dass du bewusst über eine Situation mit deinem Kind reflektierst.

Unkontrolliertes Grübeln in der Vergangenheit und Sorgen um die Zukunft sind keine Selbstreflexion. Das ist innerliche Abwesenheit.

Nimm dir 5 Minuten Zeit. Erinnere dich an eine Situation mit deinem Kind und beantworte die Fragen:

1. «Was ist passiert?»

  • Beschreibe die Situation neutral.
  • Schlicht das, was passiert ist.
  • Ohne Bewertungen.

2. «Warum tat ich das?»

  • Ich hatte Sorge, …
  • Ich wollte, …
  • Ich fühlte mich …

3. «Was kann ich anders machen?»

  • Das nächste Mal mache ich …

4. «Was bedeutet mein Tun für mein Kind?»

  • Die Situation endete für mein Kind …
  • Mein Kind fühlte …
  • Mein Kind lernte …

Verstehe dich selbst, um dein Kind zu verstehen.

Sobald du beginnst, dein Handeln zu reflektieren, wirst du unweigerlich auf Widersprüche stossen. Muss ich streng sein oder lieb? Freilassen oder führen? Diese Spannungsfelder sind kein Zeichen von Scheitern. Im nächsten Schritt zeige ich dir, wie du diese Gegensätze auflöst, ohne dich entscheiden zu müssen.

Portrait Fabian Sigg

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