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Eltern-Selbstreflexion Die vergessene Grundlage der Kinder-Erziehung
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Eltern-Selbstreflexion: Die vergessene Grundlage der Kinder-Erziehung

Was, wenn die härteste Arbeit am Kinderkriegen nicht das Kind ist, sondern du selbst?

Christopher erzählt offen, wie er und seine Familie täglich über Erziehung reflektieren, Grenzen besprechen und sich fragen: Was lief gut? Was können wir besser machen?

Seine Motivation? Nicht die eigenen negativen Erfahrungen weitergeben. Sein Weg? Bedürfnisorientierte Erziehung. Inspiriert von Montessori. Geprägt von Selbstreflexion.

Dieser Beitrag zeigt: Erziehung beginnt nicht beim Kind, sondern bei den Eltern.

Das Schwierigste in der Erziehung ist die Arbeit an sich selbst

Die vergessenen Grundlagen der Erziehung.

In einem früheren Blog-Beitrag erklärte ich die vergessenen Grundlagen der Erziehung:

  • Selbst-Verständnis – Warum reagiere ich so?
  • Menschen-Kenntnis – Was braucht mein Kind wirklich?

Viele Erziehungs-Tipps haben eines gemeinsam: Sie vergessen diese Grundlagen. Ich glaube, deshalb bleiben oft die besten Tipps wirkungslos.

Neben dem Selbst-Verständnis und der Menschen-Kenntnis gehört auch die Motivation zu den Erziehungs-Grundlagen. Die Motivation, um überhaupt über unsere Erziehung nachzudenken. Im vorherigen Blog-Beitrag sagte ich dazu nichts. Ich dachte: Die Motivation kommt von allein. Spätestens, wenn es in der Familie Schwierigkeiten gibt.

Im Gespräch mit Christopher wurde mir klar: Die Motivation ist weit wichtiger, als ich glaubte. Ich habe daraufhin das Schaubild aus meinem letzten Blog-Beitrag ergänzt:

Grafik Grundlagen Erziehungskompetenz


Was dieses Bild im Detail bedeutet, erkläre ich in diesem Blog-Beitrag: Erziehungskompetenz stärken: Wie Eltern lernen, sicher zu erziehen.

Das Gespräch mit Christoper.

Kursiv geschrieben = Christopher’s Anteile.

Ein persönlicher Familien-Einblick über Selbst-Reflexion und die bedürfnisorientierte Erziehung

6 Wochen zuvor.

Christopher und ich begegneten uns auf LinkedIn. Wir verabredeten uns zum Video-Call. Christopher erzählt von Beginn an offen über die persönlichen Themen seines Familien-Alltags. Das Thema «Erziehung reflektieren» ist ihm wichtig und was er erzählt, wird andere Eltern und Familien inspirieren. In diesem Blog-Beitrag erzählt uns Christopher:

  • Persönliches aus seinem Familien-Leben
  • Was seiner Familie die Selbstreflexion bedeutet
  • Von seiner Motivation, die Kinder-Erziehung zu reflektieren
  • Wie er seinen Weg durch all die Eltern-Ratgeber und Erziehungs-Tipps findet

Einblick in Christophers Familien-Alltag.

Aus unserem bisherigen E-Mail-Kontakt las ich heraus: Ihr macht euch viele Gedanken über die Erziehung eurer Kinder. Wie kommt das?

Wir tun dies, weil es im Alltag immer wieder Momente gibt, die viel von uns verlangen. Z.B. in der Öffentlichkeit, im Supermarkt oder auf dem Spielplatz. Wenn die Kinder da weinen, fühlen wir uns schneller unter Druck. Wir versuchen dennoch zum Besten unserer Kinder zu handeln. Und nicht wie die anderen es erwarten.

Ob es später, wenn wir zurück-schauen, wirklich das Beste war, das werden uns unsere Kinder einmal sagen müssen. Das können wir heute nicht wissen. Aber wir wollen in jedem Moment unser Bestmögliches für unsere Kinder tun.

Zusammen mit meiner Frau begleite ich 2 Kinder (1.5 und 3.5 Jahre alt). Wir haben ein Familienbett. Am Abend gehen wir gemeinsam mit den Kindern schlafen. Morgens um 3 Uhr stehen wir Eltern auf. So haben wir 3 Stunden für uns, bis die Kinder um 6 Uhr aufstehen.

In der Zeit sprechen wir auch über den Vortag:

  • Was ist gut gelaufen?
  • Was war scheisse?
  • Wie können wir es besser machen?

Und über unsere Grenzen:

  • Wo bringen uns unsere Kinder an unsere Grenzen?
  • Wo bringen wir die Kinder an ihre Grenzen?

Manchmal reichen dafür 5 Minuten, manchmal braucht es viel mehr Zeit. Es tut gut, wenn ich ein Feedback bekomme. So weiss ich, was gut läuft. Z.B. «Mir ist gestern aufgefallen, dass du (…)». Oder: «Das hat mir gefallen.»

Der Stellenwert der Eltern-Selbstreflexion.

Ihr denkt über Situationen mit euren Kindern nach und überlegt: War es gut? Schlecht? Was können wir ändern? Erziehung hat demnach viel mit euch Erwachsenen zu tun. Welche Rolle spielt dabei die Selbstreflexion?

Ein Leitsatz, an dem wir uns orientieren: Begleitung unserer Kinder bedeutet Vorbild sein plus Liebe. Ob wir bewusst oder unbewusst etwas vorleben. Die Kinder nehmen es wahr und übernehmen es. Deshalb ist es uns wichtig, zu überlegen: Was wollen wir weitergeben?

Die härteste und meiste Arbeit am Kinderkriegen ist die Arbeit an sich selbst. Die Selbstreflexion ist etwas, das wir lernen können. Kinder beobachten im Elternhaus, wie mit Herausforderungen umgegangen wird:

  • Sind wir bereit, mit uns selbst kritisch zu sein?
  • Was können wir besser machen?
  • Kann ich mich überhaupt ändern?

Am Ende muss ich mich verändern, weil das Leben ständige Veränderung bedeutet.

Als Junge lernte ich, Probleme zu verdrängen. Wir sprachen nicht darüber. So kommt es, dass dieselben Fehler immer wieder passieren. Eben, weil wir nicht darüber nachdenken, was wir ändern könnten.

Wenn wir Kinder haben, durchleben wir auf eine Art nochmals unsere eigene Kindheit. Das ist manchmal schwer, wenn wir sehen, was bei uns selbst falsch lief. Gerade weil es unangenehm ist, brauchen wir Motivation, unsere persönlichen Themen anzugehen.

Christophers Motivation, zur Eltern-Selbstreflexion.

Du sprichst die Motivation an. Was motiviert dich?

In der Selbstreflexion meiner eigenen Kindheit sah ich: Wie ich selbst aufgewachsen bin, das möchte ich nicht weitergeben. Darin liegt die Motivation, nach anderen Möglichkeiten der Kinder-Erziehung zu suchen.

Wir suchten einen Weg, wie es anders geht. Gefunden haben wir Maria Montessori. Ihre Reformpädagogik spricht uns an. Es gibt noch andere: Z.B. Nicola Schmitd’s Buch ‹Artgerecht – Das andere Babybuch›.

Diese Konzepte und Bücher geben uns einen Rahmen. Wir leiten daraus die Begleitung unserer Kinder ab. Im Endeffekt geht es einfach darum, dass wir in unserem Tun für das Kind authentisch sind.

Dementsprechend müssen wir uns laufend Gedanken machen:

  • Was ist uns als Eltern wichtig?
  • Welche Werte wollen wir unseren Kindern weitergeben?

Für uns ist es ganz wesentlich, zu definieren:

  • Was ist das Ziel unserer Erziehung?
  • Wie erreichen wir diese Ziele?
Motivation über Kindererziehung nachzudenken

Der Umgang mit Eltern-Ratgeber und Erziehungs-Tipps.

Wie geht ihr mit verschiedenen Erziehungs-Ratgebern und Tipps um? Wie findet ihr das Passende für eure Familie?

Wir schauen uns um am Markt: Welche Erziehungs-Stile und Konzepte gibt es überhaupt? Hinter welchem Konzept verbirgt sich was? Man liest dann die Bücher dazu und schaut: Womit kann ich gut umgehen? Womit gerate ich an meine Grenzen?

Im Grunde schauen wir, was zu uns passt. Wir wollen unsere Kinder bedürfnisorientiert begleiten. Wir fragen uns bei den Büchern oder Artikeln immer auch:

  • Was bedeutet das für unsere Kinder?
  • Was würden unsere Kinder darüber denken?

Ein Eltern-Ratgeber muss für uns aus der Sicht der Kinder geschrieben sein. Wir müssen dann natürlich schauen, was unsere Möglichkeiten und Ressourcen sind. Es sind ja auch noch andere involviert: Grosseltern oder die Schule. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns in der Kernfamilie einig sind.

Erziehungs-Bücher helfen uns auch, Traditionen und Annahmen zu hinterfragen: Wenn wir durch die Welt gehen, glauben wir schnell mal:

  • Babys und Schnuller gehören zusammen.
  • Genauso Babys und Kinderwagen.
  • Oder Babys und Säuglingsnahrung.

Es geht auch ohne Schnuller. Kinder können direkt mit fester Nahrung beginnen. Kinder können vom Tragen anstelle des Kinderwagens profitieren. Von solchen anderen Möglichkeiten zu lesen, macht Mut, die Dinge zu hinterfragen. Wir überlegen uns immer: Was ist für unsere Kinder das Beste?

Welche Werte wollen wir unseren Kindern weitergeben

Christopher, herzlichen Dank an dich und deine Familie. Dass ich dich auf diese Weise kennenlernen durfte. Und dass ich unser Gespräch hier mit der ganzen Welt teilen darf.

Ich glaube, es sind diese persönlichen Einblicke und Erfahrungsberichte, die das Thema Kinder-Erziehung und Familien-Alltag reflektieren, in besonderem Masse bereichern. Für unsere Kinder und das Gute künftige.

Dies sind nur einige Auszüge aus dem Gespräch mit Christopher. Wenn du mehr wissen oder dich mit ihm austauschen willst: Kontaktiere Christopher gerne direkt: Christopher Hartmann (LinkedIn).

Nachwort.

Nochmals zur Motivation.

Nach dem Gespräch mit Christopher dachte ich noch eine Weile über die Motivation nach. Ich meine die Motivation, zur Eltern-Selbstreflexion.

Kinder haben verbindliche Rechte. Festgeschrieben in der UN-Kinderrechtskonvention. Wir Erwachsenen sind verpflichtet, unseren Kindern entsprechend zu begegnen.

Die UN-Kinderrechtskonvention gibt es einfach zu lesen in leichter Sprache. Hübsch illustriert und viele wichtige Wörter werden erklärt: Kinderrechte in leichter Sprache.

Vorurteil Reformpädagogik.

Christopher deutete im Gespräch an: Die Reformpädagogik rund um Maria Montessori stösst schnell auf kritische Vorteile.

Im Blog-Beitrag Erziehungsziele heute: 80 Jahre Elternratgeber im Wandel (1945-2025) erkläre ich: Wie haben sich Eltern-Ratgeber über die Jahre verändert und was ist geblieben.

Seit den 1970er Jahren bis heute kommen folgende Elemente immer wieder vor:

  • Erziehung vom Kind aus
  • Entwicklung durch entdeckendes Handeln und Lernen
  • Förderung von Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit
  • Förderung der Individualität UND Förderung der Gemeinschaft
  • Zurück zur Natur und Natürlichkeit

Im Grunde sind dies die Werte der Reformpädagogik. Sie bilden die Basis für bedürfnisorientierte Erziehung. Die Eltern-Selbstreflexion ist das Fundament.

Auch deine Geschichte will gelesen werden.

Möchtest auch du mit mir über ein Erziehung-Thema sprechen?

Oder selbst einen Blog-Beitrag schreiben (ich helfe, wenn du willst), um deine Erfahrungen aus deinem Familien-Alltag zu reflektieren?

Deine Geschichte ist eine Bereicherung für uns alle. Ich teile sie gerne auf diesem Blog unter Gastbeiträge. Melde dich bei mir.

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